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Der Traum ist rot ... Mythos Ferrari


Keine Sportwagenfirma hat eine Strahlkraft, die mir der von Ferrari vergleichbar wäre.

Das 1947 von Enzo Ferrari gegründete Unternehmen mit Sitz in Maranello, produziert ausschließlich Rennwagen und Supersportwagen für betuchte Kunden.

 

Die Geschichte reicht allerdings noch bis in die 30er-Jahre zurück. Damals unter dem Namen "Scuderia Ferrari" als Rennstall, der unter der Leitung von Enzo unter anderem als Werksteam von Alfa Romeo sehr erfolgreich an Rennen teilnahm. Schon seinerzeit wurde das heutige Logo entwickelt: das sich aufbäumende Pferd. Das "Cavallino Rampante".

 

Der erste "echte" Ferrari war der 1947 gebaute 125C Sport, mit einem 1,5 Liter V12-Motor. Die Firma befasste sich von Beginn an mit dem Bau von Rennfahrzeugen, die auch an Kunden gingen um Geld zu verdienen.

Im Laufe der Zeit entwickelten sich daraus auch Straßenfahrzeuge, die zwar sportlich, aber nicht für den Renneinsatz gedacht waren. Die Schönen und Reichen dieser Welt schmückten sich gerne mit den extravaganten Fahrzeugen aus Maranello, und schnell entwickelte sich Ferrari zu einem Statussymbol.

 

1950 was das Geburtsjahr der Formel 1. Ferrari ist seit dieser Zeit als einziger Hersteller durchgehend in jeder Saison vertreten - bis heute. Und die Erfolge sprechen für sich: Über 200 Siege, sowie 15 Fahrer- und 16 Konstrukteurstitel kann die Scuderia für sich verbuchen.

 

Dennoch blieb auch das Unternehmen Ferrari nicht von dunklen Seiten verschont. Immer wieder einmal geriet man in Finanznöte. Schon 1960 gab es ein Übernahmeangebot von Ford, das in allerletzter Minute ausgeschlagen wurde. Henry Ford II. soll darüber so erbost gewesen sein, dass er alleine entschied, einen eigenen Rennwagen zu bauen der nur ein Ziel haben sollte: Ferrari zu schlagen.

1969 war es dann aber schließlich nicht mehr zu verhindern: Zumindest war es mit Fiat ein italienisches Unternehmen, dass sich bei Ferrari mit 50% der Firmenanteile einkaufte. Das frische Geld wurde dringend benötigt um auch weiterhin konkurrenzfähige Rennwagen zu bauen, die gegen Porsche und Ford bestehen konnten.

 

Eines der dunkelsten Jahre bei Ferrari war 1988. Der Firmengründer Enzo Ferrari verstarb. Die Spekulanten setzten schon darauf, dass Ferrari nun bald der Geschichte angehören würde. Ein wahrer Nachfrageboom setzte ein, sich noch schnell einen Klassiker von Ferrari zu sichern.

Doch weit gefehlt. Nur ein Jahr nach dem Tod des Patriarchen kam der neue 348tb auf den Markt. Ein V8-Sportwagen mit 295-320 PS. In allen Ausbaustufen verkaufte sich der Wagen fast 9.000 mal. Ein guter finanzieller Gewinn für die Autobauer aus Maranello.

Ein junger Rennfahrer namens Michael Schumacher, der in seinem technisch unterlegenem Benetton, 2 mal die Weltmeisterschaft für sich entscheiden konnte, wechselte 1996 zu den roten Rennern. Ferrari dümpelt zu dieser Zeit in der Formel 1 eher dahin. Seit 1979 war kein Fahrertitel mehr errungen worden. Niki Lauda, damals Berater bei Ferrari, drängte die Bosse zu der Verpflichtung des jungen Deutschen. Das Ergebnis ist jedem Rennsport-Fan bekannt.

 

Im Jahr 2010 wurde ein 25 Hektar großer Themenpark rund um die Marke Ferrari und das schnelle Autofahren in Abu Dhabi eröffnet. Natürlich dient das in erster Linie dem Kundenfang, ist es aber dennoch auch Ausdruck von der Bedeutung der Marke Ferrari.

 

Seit 2015 sitzt nun Sebastian Vettel im Cockpit des roten F1-Renners und versucht es seinem Idol Michael Schumacher nachzutun. Letztes Jahr knapp gescheitert, sieht es heuer nicht so schlecht aus für den großen Triumph. Damit ginge eine Durststrecke von 11 Jahren seinem Ende zu. Denn 2007 holte Kimi Raikkönen den letzten Titel nach Maranello.

 

- th -

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