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Fahrerkarussell in der F1 - die "silly season" ist voll im Gang


Es bietet Jahr für Jahr jede Menge Gesprächsstoff: die Fahrerwechsel in der Formel 1. Bis vor wenigen Wochen dachte man noch, bis auf Kimi Raikkönens Sitz im Ferrari seien alle Top-Plätze für die Folgesaison vergeben, da lässt Daniel Ricciardo die Bombe platzen: Er verlässt nach vielen Jahren das Red-Bull-Team hin zum aufstrebenden Rennstall Renault Sport F1 und wird dort Carlos Sainz ersetzen.

 

Das war wohl die Initialzündung und schnell verbreiteten sich im Netz die wildesten Gerüchte. Beinahe jeder Fahrer wurde mit dem freigewordenen Cockpit in Verbindung gebracht. Sogar Fernando Alonso sahen einige schon Platz nehmen im blauen Renner. Dem schob Teamchef Horner mit einem klaren "Nein" einen Riegel vor, und kürzlich verkündete Alonso selber sein Karriereende in der Formel 1 zum Ende der Saison.

 

Die besten Chancen dürfte wohl Pierre Gasly haben. Er zeigte im Torro Rosso konstante Leistungen. Carlos Sainz hat wohl nur Außenseiterchancen, da gemunkelt wird, er und Max Verstappen könnten sich nicht riechen. Doch wer ersetzt Gasly bei Torro Rosso?

 

Da muss man sich erst Gedanken um McLaren machen. Alonso ist raus und der Sitz von Vandoorne soll nicht nur wackeln, sondern inzwischen heftig vibrieren. Daher wäre wohl Sainz die beste Alternative eines der Cockpits (Anm. der Radaktion: dieser Deal ist inzwischen vollzogen). Den zweiten Sitz könnte ein Nachwuchspilot aus eigenem Haus besetzen: Lando Norris. Den Namen wird man noch öfter hören. Denkt an meine Worte!

Bei Force India wird es auch interessant. Ocon fährt sehr stark, und Pérez ist ja auch nicht langsam. Trotzdem wird es einen der beiden erwischen seinen Platz räumen zu müssen. Immerhin hat der Vater von Lance Stroll mal kurzerhand das Team gekauft. Wohl auch um seinem Sohn den Verbleib in der Formel 1 zu ermöglichen. Mein Tipp dazu: Ocon bleibt und Pérez muss sich einen neuen Arbeitgeber suchen.

Diesen könnte er finden bei: Haas F1.

Ich glaube Teamchef Steiners Geduld ist am Ende. Grosjean hatte zwar immer mal wieder starke Momente, aber die dauernden Abflüge kosten einfach auch viel Geld. Daher sehe ich Pérez neben Magnusson im kommenden Jahr.

 

Dann gibt es natürlich noch eine große Frage: Nach dem Tod von Sergio Marchionne, der das Ausnahmetalent Chrales Leclerc am liebsten schon gestern statt Raikkönen im Ferrari gesehen hätte, könnten sich hier die Karten neu mischen. Entweder man lässt noch ein Jahr alles so wie es jetzt ist, oder es kommt zur Sensation.

Mein Wunsch wäre ja, Raikkönen durch Leclerc zu ersetzen, und statt Marcus Ericcson (ein klassischer Paydriver) Antonio Giovinazzi zu verpflichten. Ich weiß, da gibt es jetzt einen bei uns im Team European SimRacing, der mich für diese Aussage verfluchen wird. Doch Raikkönen klönnte gleichzeitig als Mentor für Giovanazzi und als Entwicklungshelfer für Sauber auftreten.

 

Haben wir alles? Nicht ganz. Williams habe ich vergessen. Bei der Performance die der Rennstall zurzeit bietet, sei es mir verziehen. Ein Platz gilt als sicher, der andere eher nicht. Sergei Sirotkin sitzt wohl auf der Abschussliste. Doch wer soll ihn ersetzen? Pérez wird wohl auf der Suche nach einem neuen Job sein. Williams gilt allerdings als Mercedes nahestehend. Da drängt sich noch ein abolutes Talent auf: George Russel. Der verlangt derzeit Lando Norris in der Formel 2 alles ab. Ich wäre nicht verwundert, wenn Mercedes ihn gerne in einem F1-Cockpit sehen würde.

Auf der anderen Seite gibt es mit Pascal Wehrlein noch eine andere Alternative. Der ehemalige F1-Pilot, der mangels eines Cockpits dieses Jahr in die DTM zurückgekehrt ist, muss sich bemühen wieder unterzukommen, da Mercedes im nächsten Jahr aus der DTM aussteigt.

 

Ganz schön viel Spekulation von mir. Was sich am Ende des Tages davon bewahrheitet werden die nächsten Wochen zeigen.

Es erwartet uns im nächsten Jahr eine spannende F1-Saison. Weitreichende Regeländerungen, die vornehmlich die Aerodynamik betreffen, werden vielleicht für ein neues Kräfteverhältnis sorgen. Red Bull wechselt zum Motorenhersteller Honda. Wird das auf Anhieb funktionieren? Und kann Renault auf die Top-Teams aufschließen? Alles spannende Fragen, die die 2019-Saison uns beantworten wird.

 

- th -

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