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Setup-Guide #5


Klären wir zunächst, was ein Differential macht und wofür es da ist.

Es erlaubt den Rädern an einer Achse, sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten zu drehen. Das muss auch so sein, denn bei einer Kurvenfahrt legt das äußere Rad einen weiteren Weg zurück als das innere. Also muss sich sich das äußere Rad schneller drehen.

Wir unterscheiden drei Arten: Das Sperrdifferential, das Torsen-Differential und das am meisten verwendete Lamellensperrdifferential.

Diesmal gehen wir im Guide auf die wichtigsten Einstellmöglichkeiten in Verbindung mit einem Differential ein.

 

#11 Zugrampe

Hier wird die Fähigkeit des Wagens beeinflusst, aus der Kurve heraus stabil beschleunigen zu können. Allerdings müssen wir erst eruieren, was die einstellbaren Werte aussagen. Die Skala geht von 0 bis 90, wobei 90 ein komplett geöffnetes und 0 ein komplett geschlossenes Differential bedeutet.

Somit steht ein hoher Wert für maximale Wendigkeit, die aber zu Lasten der Stabilität geht. Sollte man am Kurvenausgang mit Übersteuern des Fahrzeugs zu kämpfen haben, ist die Justierung der Zugrampe ein hilfreiches Werkzeug das Auto spurstabiler zu bekommen. Der Wert sollte aber nur so niedrig wie gerade nötig angesetzt werden, da ein gesperrtes Differential in großem Maße für Untersteuern sorgt und damit Rundenzeit kostet.

 

So sieht das bei Wagen mit Hinterradantrieb aus. Was ist mit den Fronttrieblern? Ändert sich da überhaupt was?

Ja, so ziemlich genau ist alles umgekehrt. Ein hoher Wert sperrt die Räder und verringert die Einlenkfähigkeit stark. Ein niedriger Wert lässt das innere Rad freier drehen und der Wagen lenkt besser ein.

 

#12 Schubrampe

Der Wert wirkt sich auf die Stabilität des Fahrzeugs aus, wenn Bremszonen in Kurven liegen. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Kurs von Snetterton 300. Dort gibt es gleich zwei solcher schwer zu fahrender Bremszonen.

Je höher der eingestellte Wert desto höher die Sperre. Damit hat man wieder mehr Untersteuern und schlechteres Einlenkverhalten. Ein niedriger Wert lässt die Räder wieder unterschiedlicher drehen, das Einlenkverhalten wird verbessert, sorgt aber auch für mehr Übersteuern wenn man gleichzeitig Bremse und Lenkung betätigen muss.

Den optimalen Wert zu finden kann schon sehr nervenaufreibend und zeitintensiv sein. Bedeutet es doch einiges an Testkilometern. Die Mühe macht sich aber auf jeden Fall im Form von viel besseren Rundenzeiten bezahlt.

#13 Vorspannung

Der Wert der Vorspannung wird in NM (Newton-Meter) angegeben.

Es gilt, erst mehr als diese Kraft auf die Räder zu bringen, bevor das Differential auf den eingestellten Wert sperrt.

Bevor dieser Wert erreicht ist, bleibt das Differential geschlossen und die Räder drehen sich gleich schnell.

Auch hier gilt wieder: Ein hoher Wert macht den Wagen untersteuernd, ein niedriger Wert öffnet das Differential viel früher und lässt die Räder ihre eigene Geschwindigkeit drehen.

Faustregel: Die Vorspannung sollte so niedrig wie möglich gehalten werden. Doch Vorsicht! Eine zu niedrig eingestellte Vorspannung erzeugt instablies Fahrverhalten und das Heck wird beim Einlenken sehr leicht.

 

- th -

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