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Mein bestes Rennen ... bisher


Ich kann nun wirklich nicht behaupten, das mir der Circuit of the Americas sympathisch wäre. Nein, eigentlich mag ich diese Strecke gar nicht. Und in den letzten Rennen der GT4-Klasse habe ich immer mehr Frust geschoben, da ich meine KTM X-Bow einfach nicht richtig in den Griff bekam. Damit meine ich jetzt den Topspeed. Da fehlte es in den letzten Rennen immer dran. Schließlich war es mein Teamkollege Tobias, der mich doch noch motivierte an den Start zu gehen. Das wäre ich sowieso, denn wenn ich eins nicht leiden kann, dann sind es Fahrer die sich für Meisterschaften anmelden und dann lediglich ständig durch Abwesenheit glänzen.

 

Das Quali verlief dann eher durchwachsen, oder auch gewohnt, könnte man sagen. Während Tobias seinen KTM sensationell auf P1 pilotierte, kam ich nicht über P7 hinaus. Wo ich da noch über eine Sekunde auf der Strecke finden sollte, blieb mir ein Rätsel.

Zu Rennbeginn Regen. Mein Glück. Einige glänzten durch Fahrfehler und zwischenzeitlich wurde ich gar auf P3 vorgespült. Aber die vorgelegte Pace konnte ich nicht kontinuierlich mitgehen. So ging mir Platz um Platz verloren und ich fand mich nach ein paar Runden auf P7 wieder. So ging es bis ca. Runde 17.

 

Da schien der Regen nachzulassen. Ich beschloss das Risiko einzugehen und holte mir als erster an der Box die profillosen Slicks. Tobias meinte zwar über den Teamfunk, dazu wäre die Strecke noch zu nass. Doch was hatte ich zu verlieren?

Und tatsächlich: Die erste Runde fühlte sich mehr als wackelig an und ich hatte Mühe den Wagen nicht wegzuschmeißen.

Nach und nach wurde ich schneller. Und plötzlich waren meine Rundenzeiten mit Abstand die schnellsten im Rennen. Während die Gegner durchschnittlich um die 1:46 fuhren, schüttelte ich locker 1:39er Zeiten aus dem Ärmel.

 

Tobias verfolgte das natürlich und wechselte ebenfalls auf Slicks. In der Zwischenzeit hatte ich mich bis auf P4 vorgekämpft. Warum die anderen Fahrer auf ihren Regenreifen weiterhin unterwegs waren, erschloss sich mir nicht. 12 Runden hatte ich jetzt noch vor mir um 24 sec Rückstand aufzuholen. Mann muss kein Mathegenie sein um zu erkennen, dass das bei 6 sec schnelleren Rundenzeiten als der Rest kein Problem war.

 

Besonders das Überholmanöver bei Interceptor bleibt mir in Erinnerung. Er hatte die letzten vier Rennen in Serie gewonnen und war klar der Dominator der Rennserie. Der Widerstand war zwar klar erkennbar, doch kämpfte er mit stumpfen Waffen und musste mich passieren lassen. Das fühlte sich unheimlich gut an. Zwei Runden später schnappte ich mir P2 als ich auch an Fleyboy vorbei ging. Nun war nur noch Tobias vor mir, der auf seinen Slicks eine Megapace vorgelegt hatte.

 

"Damit ist unser Glück perfekt. Wir fahren das Ding locker nach Hause", so ging es mir durch den Kopf.

Leider war es dann doch nicht ganz so einfach. 4 Runden vor Schluss setzte wieder heftiger Regen ein. Nun verkehrte sich unser Vorteil in unseren Nachteil. Und die Frage: wechseln oder nicht? Mein Abstand zum Verfolger auf P3 betrug allerdings schon 30 sec. Das sollte zu verwalten sein. Doch ein kleiner Fehler, ein Dreher oder ein Ausritt ins feuchte Gras, und schon wäre alles hinüber gewesen. Wie auf rohen Eiern haben Tobias und ich das Ding ins Ziel gerettet. Was für ein Triumph: Platz 1 und 2 für das Team!

 

Ich denke gerne an dieses Rennen zurück - dient es mir doch auch als Motivation. Ich möchte das gern auch als Wink verstanden sehen: Aufgeben ist keine Option. Genau wie im real life wird ein Rennen zu Ende gefahren, eine Meisterschaft komplett absolviert. Auch oder gerade dann, wenn die Aussicht auf einen Top-Platz eher gering ist. Es wird in vielen Serien inzwischen mit Strafen geahndet, wenn man vorzeitig die Lobby verlässt oder zu viele Rennen verpasst. Und aus meiner Sicht ist das auch vollkommen berechtigt!

 

- th -

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Kommentare: 2
  • #1

    theschmid (Montag, 20 August 2018 08:54)

    War wirklich ein spannendes und hartes Rennen! Die Konkurrenz wusste, dass der Regen wieder einsetzen würde und dachten, ohne Boxenstopp viel Zeit zu gewinnen. Zu unserem Glück wussten wir nichts davon.

  • #2

    th (Montag, 20 August 2018 09:07)

    Ich würde es genau so immer wieder machen! Pech wär nur gewesen, wenn der zweite Regen viel früher eingesetzt hätte.