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Formel 1 Test Barcelona Woche 2


Wie versprochen gibts auch von der zweiten Woche einen Rückblick von mir auf die Formel 1 Tests im sonnigen Spanien. Auch die letzten Tage wurden wieder von der Sonne verwöhnt, nachdem ja im letzten Jahr einige Tage der Tests unfahrbar waren, weil teilweise sogar Schnee lag. So blieben die Teams dieses Jahr von solchen Wetterkapriolen verschont. Nachdem sich die Rennställe in der ersten Woche zurück gehalten haben, was die Zeiten anging, zündeten sie diese Woche ein wahres Feuerwerk. Allen voran wieder Ferrari, denen auf eine Runde anscheinend keiner das Wasser reichen kann. In den Longruns sieht das aber wieder anders aus, da es den Anschein hat, der rote Renner geht nicht zimperlich mit den Reifen um. Der Mercedes scheint zumindest auf Augenhöhe. Doch, wer die Hosen ganz runter lässt oder doch ein wenig blufft, das wissen wir dann nach den ersten paar Rennen. Dennoch zeigt sich in den Longruns, dass das Duell zwischen Silber und Rot weiter gehen wird, und mit Red Bull wohl nicht sofort zu rechnen ist. Diese sind ja eher dafür bekannt, das Auto gut weiter zu entwickeln und etwas später stark anzugreifen.

 

Was ist sonst so passiert? Einiges. Sebastian Vettel hat am Mittwoch seinen Dienstwagen in die Mauer gestellt. Der Unfall hat mich sofort an Hockenheim erinnert. Allerdings konnte er diesmal nicht dafür, da ein plötzlicher Druckverlust ein Manövrieren unmöglich machte. Das warf die Scuderia etwas zurück, da Leclerc am Nachmittag nur mehr für eine Installation-Lap raus kam. Da war einiges kaputt was die Mechaniker mit Überstunden versorgt hat. Aber auch Mercedes war nicht von Defekten verschont geblieben. Zwar ließen sie das Carbon heil, doch blieb Bottas mit einem unerklärlichen Defekt liegen. Auch das kostete einige Stunden der wertvollen Testzeit. Am Donnerstag traf es dann das dritte Top-Team. Gasly verschätzte sich in seinem Longrun, geriet mit einem Reifen aufs Gras und verlor das Auto. Das zog einen massiven Einschlag des Bullen und sowohl ein zerstörtes Heck als auch eine in Mitleidenschaft gezogene Front nach sich. Dennoch schaffte die Mannschaft den Wagen wieder aufzubauen um Verstappen für den letzten Tag eine Testmöglichkeit zu geben.

 

Im Mittelfeld geht es weiter eng zu, und auch wenn man nicht weiß, wer wieviel aufgedreht hat, scheint es als wäre Alfa Romeo derzeit "best of the rest". Bei Renault hört man nur verhaltene Aussagen, die Balance stimmt noch nicht, die Fahrer sind nicht ganz zufrieden. Papa Strolls Racing Point hat auch noch viel Luft nach oben wenn sie ihr Ziel vierter zu werden auch umsetzen wollen. Beim Traditionsrennstall McLaren scheint es dieses Jahr besser zu laufen. Man hat langsam das Gefühl, es geht immer aufwärts, wenn Alonso abdankt. Williams fährt weiter hinterher, aber zumindest stimmt die Zuverlässigkeit. Das Auto läuft wie ein Uhrwerk und hat viel Runden abgespult. Die Fahrer mahnen aber zur Zurückhaltung und wissen, dass sie derzeit abgeschlagen letzter sind.

 

Und da es jetzt noch Freitag Vormittag ist, kann ich kaum ein abschließendes Urteil fällen. Das soll sich dann doch jeder selber bilden. Richtig was sagen wird man eh erst nach den ersten Rennen können. Allerdings sollte man gewarnt sein, denn ich erkenne parallelen zu den Tests der letzten Jahre. Die Ferrari-Piloten sagen, ihr Paket ist stark und Mercedes stapelt extrem tief. Letztes Jahr hat Mercedes auch erst in Melbourne in Q3 aufgedreht. Dennoch ist der Silberne Durchmarsch alles andere als gesetzt. Genauso wie der Rote. So long, ich schreibe zu dem Thema dann wieder nach dem ersten Rennen.

 

- th -

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