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1. Lauf der Formel E


Der erste Lauf der neuen Saison ist vorbei. Was da an Rennaction geboten wurde ist nicht von schlechten Eltern. Man hat Manöver gesehen die die Formel 1 so nicht bietet. Die Formel E Renner verzeihen leichten Kontakt und so können die Fahrer mehr Risiko gehen. Dazu kommt, dass sich viele Piloten verschätzten, weil sie die neuen Autos noch nicht so gewöhnt sind und es sich manchmal anders als erwartet verhält.

Negativ sehe ich die künstliche Action, die seit heuer Teil der Rennen ist. Es gibt Wege, eine gewisse Zeit schneller zu sein, als die Gegner. Erstens gibt es den Attack Mode, der einen Zusatzboost von ca. 30 PS bereit stellt um leichter überholen zu können. Davor muss man aber einen leichten Nachteil in Kauf nehmen, da man um es zu aktivieren vorher über eine "Activation Zone" jenseits der Ideallinie fahren muss. Mich hat das ein wenig an die Hot Wheels Spielzeugautos erinnert, oder an Mario Kart, wenn man einen Stern erwischt hat. Die zweite Hilfe ist der sogenannte "Fan-Boost". Hier kann vorab von den Fans über eine Internetseite für den Lieblingsfahrer gestimmt werden. Die 5 Fahrer mit den meisten Stimmen bekommen dann auch noch einen zusätzlichen Boost im Rennen, der vom Piloten aktiviert werden kann. Auch dies finde ich fehl am Platz, da es mit richtigem Racing nichts zu tun hat.

Das das Reglement noch nicht für jeden Fahrer ganz klar zu sein scheint, verdeutlichten die vielen Strafen schon im Qualifying, nachdem einige Fahrer strafversetzt wurden. Sie hatten auf eine Runde zu viel Leistung abgerufen was eine Rückversetzung ans Ende des Feldes nach sich zog. Im Rennen gab es dann auch einige Verwirrungen, da mehrere Fahrer wieder zu viel Leistung abgerufen haben oder die Boosts falsch eingesetzt haben. Als Zuschauer ist das auch schwer zu überblicken.

Das hat letzten Endes auch ins Rennergebnis eingegriffen. Felix da Costa im neuen BMW-Werksteam holte sich den Rennsieg, aber nicht als Schnellster. Die schnelleren waren die DS-Techeetah-Fahrer Vergne und Lotterer. Das wäre ein Doppelsieg für die beiden gewesen, hätten sie nicht eine Durchfahrtsstrafe kassiert. Trotzdem kamen die beiden noch auf Platz 2 und 4 ins Ziel, was den Speed nochmal unterstreicht. Enttäuscht war nach dem Rennen das neue HWA-Team. Paffett musste gar nach 10 Minuten abstellen, da er die Streckenbegrenzung touchiert hatte und seinen Boliden beschädigte. Vandoorne, der auf einem aussichtsreichen P4 gestartet war, konnte die erste Zeit die Pace noch mitgehen, wurde aber dann nach und nach bis auf Rang 17 durchgereicht. Wir werden sehen, ob sie aus dem Rennen Ihre Lehren gezogen haben. Am 12.01. geht es dann in Marrakesch weiter. Ich bleibe dran denn die Formel E hat mich in Ihren Bann gezogen!

 

- th -

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Kommentare: 2
  • #1

    Mario (Donnerstag, 20 Dezember 2018 14:42)

    Ja mich begeistert die Formel E auch. Sehe aber diese künstlichen Boostmoglichkeiten auch eher kritisch.

  • #2

    Marcel Jensen (Freitag, 21 Dezember 2018 09:41)

    Ich finde das hört sich nicht schlecht an. Einen Knopf zu haben, wo man für kurze Zeit zusätzliche Leistung bekommt ist doch ok und kennt man ja auch schon aus der Formel 1 mit dem Kers. Den Nachteil den man sich damit einfährt, durch das verlassen der Ideallinie finde ich jetzt auch nicht so schlimm. Auch wenn so ein Modus "neu" ist ist das ja trotzdem noch Racing. Was ich Schlimm finde ist die zweite Hilfe mit dem "Fan-Boost". Das hat ja eigentlich nur mit Sympatie zu tun und Nachteile für alle anderen.