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Wie gefährlich ist Motorsport wirklich noch?


Früher, das war noch richtiges Rennfahren, aber heute kannst du einen dressierten Affen in ein Formel 1 Auto setzen, so ferngesteuert, wie die heutzutage sind. Alles verweichlichte Möchtegern-Racer.

 

Das ist gängige Stammtischmeinung, wenn man zuhört, wie heute über den Motorsport geredet wird. Und ja, die Autos sind heute sicherer, und werden auch immer noch sicherer. Das dient natürlich dazu, den Fahrer zu schützen. Früher, ganz früher, starb beinahe an jedem Formel 1 Wochenende ein Fahrer. Wollen wir das? Natürlich nicht. Und darum werden die Verletzungen immer weniger, und tödliche Unfälle gibt es zum Glück kaum mehr. Der letzte ist zwar noch nicht so lange her, war aber das Ergebnis eines tragischen Unglücks. Jules Bianchi krachte 2014 in Japan bei strömenden Regen in einen Bergungskran, der gerade ein anderes verunfalltes Auto wegräumen wollte. Er schlug so ungünstig mit dem Kopf in den Kran, dass er nach langer Zeit im Koma 2015 seinen Verletzungen erlag.

 

Darum war ich an diesem Sonntag im November so schockiert. Ich liebe ja Macau, da gibt es immer ein Spektakel. Alles ist so eng, und die Massencrashs und Straßenblockaden bieten immer was fürs Auge. Aber diesmal war es die Art von Crash, die sich keiner wünscht.

 

Formel 3 Fahrerin Sophia Flörsch verlor nach einem Kontakt mit einem Gegner die Kontrolle über ihr Auto. Durch die fehlenden Auslaufzonen wurde sie mehrmals an die Banden gedrückt. Nichts konnte dem entgegen wirken was dann passiert ist. Die lange Gerade mündet in eine 90-Grad-Rechtskurve. Im inneren dieser Kurve war ein sogenannter "Sausage Curb" der besonders hoch ist, um die Fahrer am Abkürzen zu hindern. Als sie über diesen rutschte wurde sie regelrecht ausgehoben, rutschte dazu noch über einen Gegner, was den Abflug noch verschlimmerte.

 

Die Wucht des Aufpralls war so hart, dass sie alle Fangzäune ausgerissen hat und in eine weitere Begrenzung einschlug. Ich dachte nur: "Das kann kein Mensch überleben".
Lange gab es keine Meldung über den Zustand der Fahrerin, doch dann kam über Twitter eine Entwarnung. "Nur" ein Wirbelbruch, und laut Meldung keine Lähmungserscheinungen. Dazu wurden auch Streckenposten und Fotografen verletzt, aber auch die kamen mit leichten Verletzungen davon. Wer sich die Horrorszenen ansehen will, wird bei den diversen Videoportalen fündig.

 

Dieses Ereignis hat mich nachdenklich gemacht. Irgendwie war die Gefahr beim Motorsport nicht mehr da, niemand konnte mit so einem Abflug rechnen. Doch es führt einem unmissverständlich vor Augen, dass der Tod doch noch immer mitfährt. Unsere Gedanken sind bei Sophia und wir wünschen ihr baldige und vollständige Genesung!

 

- th -

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