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Eine Rennserie nur für Frauen ... geht das?


Frauen in einem Formel-Wagen? Die sollen gefälligst in der Küche bleiben! Nein, solche Sprüche gehen gar nicht, und haben natürlich auf unserem Blog nichts verloren. Aber kaum ein Thema spaltet die Meinungen im Motorsport gerade so sehr wie dieses.

 

Es geht um die Gründung einer eigenen Formel-Serie nur für Frauen. Die Initiatoren David Coulthard und Adrian Newey sind sich ihrer Sache sicher. Ihre Argumentation: Frauen haben es schwer, in den Motorsport zu kommen, da sie in dieser absoluten Männerdomäne einfach untergehen. Und darum wurde vor wenigen Tagen verkündet, mit der "Formel W" auf den berühmtesten Strecken Europas eine Meisterschaft zu etablieren, um die schnellsten Frauen der Welt zu ermitteln. Gefahren wird ein Tatuus T-318 Formel 3 Wagen, alle einheitlich.Welche Strecken, wie viele Rennen, zu welchen Bedingungen steht noch nicht fest.

 

Frauen in Formel-Fahrzeugen gab und gibt es immer. Derzeit fährt Sophia Flörsch in der Formel 3 gegen ausschließlich männliche Gegner. Die erste Frau in der Formel 1 war Maria Teresa de Filippis, und das schon 1958. Das war das Jahr, ab welchem eine Frau den Führerschein machen durfte, ohne Ihren Mann um Erlaubnis zu bitten. Das ist heute alles ganz anders. Zum Glück kann eine Frau machen was sie will, also warum sollte sie nicht auch Rennen fahren? Eben. Kaum jemand wird etwas dagegen haben. Doch, warum gibt es so wenige Frauen im Rennsport?

 

Meiner Einschätzung nach liegt das sicher schon in den Kinderjahren, da ein Mädchen selten in ein Kart gesetzt wird. Und wie soll man eine Leidenschaft für etwas entwickeln, das man im Grunde gar nicht kennt? Genau. Gar nicht. Die wenigen, die sich durchsetzen, haben es dann schwer. Ich habe letztens ein Interview mit einer Rennfahrerin gelesen. Da kam dann die Aussage, man hat es schwer gegen die Jungs, erst gewinnst du ein Rennen, im nächsten wirst du abgeschossen und bekommst noch Sprüche zu hören wie " ich lass mich doch nicht von einem Mädchen überholen" . Trotzdem bin ich der Meinung, dass diese Serie durchaus Potenzial hat. Frauen können auf den Mount Everest klettern, Triathlons meistern, warum nicht auch Rennfahren auf dem gleichen Niveau wie Männer.

 

Die ersten Reaktionen der etablierten weiblichen Fahrer auf die geplante W-Serie fallen eher negativ aus. Die Britin Pippa Mann, die bis 2016 Indy-Car fuhr, sprach von einem traurigen Tag für den Motorsport. Sophia Flörsch schrieb: "Ich will gegen die Besten unseres Sports konkurrieren. Das ist der falsche Weg." Denn welchen Wert hat es, sich außerhalb der eigentlichen Konkurrenz zu behaupten?" Man darf also gespannt sein, wie sich die Serie entwickeln wird. Wir bleiben auf jeden Fall dran, und werden weiter berichten!

 

- th -

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