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Die Geschichte vom gekränkten Henry Ford II.


Henry Ford II. war es, der 1962 wieder in den Rennsport einsteigen wollte. Er wollte die immer häufiger stattfindenden Langstreckenrennen in Europa nutzen, um für seine Wagen Werbung zu betreiben.

Ein erfolgreiches Rennteam kann man aber nicht so einfach aus dem Boden stampfen. Daher sah sein Plan vor, ein bereits erfolgreiches und etabliertes Team zu übernehmen.

Ausgerechnet Ferrari wurde zum Objekt seiner Begierde. Zum einen bauten sie wirklich schnelle Autos. Und zweitens, und das war viel wichtiger, stecken sie in der damaligen Zeit in schlimmen Finanznöten.

Der geplatze Deal

Alles war schon fast in trockenen Tüchern. Der Deal sollte laufen. Doch wirklich einig wurde man sich nicht. Enzo Ferrari bestand darauf, weiterhin die Leitung von Ferrari zu behalten. Und die Änderung des Namens auf Ford-Ferrari behagte ihm auch nicht. Er wollte unbedingt den Namen Ferrari-Ford.

Der Deal platzte. Auch weil buchstäblich in letzter Sekunde das Unternehmen Fiat mit einer Beteiligung an Ferrari das dringend benötigte Geld in die leeren Kassen brachte. Ferrari teilte Ford mit, man stünde nicht mehr zum Verkauf.

 

Das brachte Henry Ford derart zur Weißglut, dass er beschloss in eigener Regie ein Fahrzeug zu entwickeln und zu bauen das nur ein Ziel hatte: Schneller zu sein als Ferrari und die 24 Stunden von Le Mans zu gewinnen.

Das Projekt GT40

Innerhalb eines Jahres nahm das Projekt Form an. Unter der Regie von den Fahrzeugkonstrukteuren Eric Broadly und John Wyer entstand der GT40. Das "GT" steht für die Klasse "Gran Turismo", für die der Wagen allerdings nie homologiert war. Und die "40" stand für die Bauhöhe von 40 Zoll.

 

Wiederum ein Jahr später begann der Bau von einigen Renn- und Straßenfahrzeugen mit 4,4l V8 und Colotti-Getrieben für den Renneinsatz bzw. 4,7l V8 mit ZF-Getrieben für die Straßenversion.

1966 folgte dann eine Version mit 7,0l V8 um das angestrebte Ziel, Le Mans zu gewinnen, erreicht werden sollte.

 

Mit Chris Amon und Bruce McLaren, dem Gründer der späteren Sportwagenmanufaktur, im Cockpit gelang 1966 dieses Kunststück. Und es war der Beginn einer Serie. Vier Jahre in Folge war man siegreich. Die Autos waren einfach stärker als die verhasste Konkurrenz. Die Fords hatten um die 380 PS und kamen auf bis zu 320 km/h. Wohingegen die Ferraris "nur" rund 320 PS auf die Kurbelwelle stemmten. Das reichte zu ca. 290 km/h.

Die Nachfolger

Bis 2004 tat sich dann recht wenig. In diesem Jahr wurde aber ein neues Fahrzeug vorgestellt. Dieser beschränkte sich auf den Namen "Ford GT". Ohne das Zahlenkürzel, weil der aktuelle Wagen 43 Zoll hoch war. Das Design erinnerte stark an das Ur-Modell. Unter dem Blech steckte aber modernste Technik. Ein V8-Mittelmotor mit Kompressor lieferte 550 PS und sagenhafte 774 NM Drehmoment. Dieser Wagen war aber nie für den Einsatz in Le Mans vorgesehen, sondern wurde in diversen Rennserien wie der GT3 oder später auch in der GT1 eingesetzt.

 

2016 kam dann der bislang letzte Ford GT auf den Markt. Nurmehr mit 6 Zylindern bestückt, dafür aber mit 2 Turboladern. 656 PS und 746 NM sind auch hier beeindruckende Werte.

Und das Beste: ein Comeback in Le Mans. Zwar nicht mehr in der stärksten Klasse, die zwischenzeitlich den LMP's vorbehalten ist, dafür aber in aussichtsreicher Position in der GTE PRO-Klasse. Und tatsächlich behauptete man sich erneut gegen Ferrari und die andere Konkurrenz und holte sich den Klassensieg.

Einmal selber erleben

Dieses unbeschreibliche Fahrgefühl einmal selber erleben? Mit den Originalwagen, wie die Sieger, über die Originalstrecken brettern? Nun, Project Cars 2 bietet genau diese Möglichkeit. Egal ob GT40 auf der historischen Strecke von Le Mans, den neuen Straßen-GT auf Road America, oder den neuen GTE auf dem aktuellen Kurs von Le Mans ... jede Kombination mach enorm Spaß. Und so kann man ein ganz klein wenig das Le Mans-Feeling nachspüren.

 

- th -

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