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Der Weg in den eSport - Die Gavra Academy


Hier sind wir nun. Mitten in der Gründungsphase für unseren eigenen Verein. Wie kamen wir auf die Idee, werden wir häufiger gefragt. Nun, hier sind einige Antworten.

 

Ich glaube, Uwe hegte länger schon den Traum, mehr zu machen als "nur" Rennen zu fahren und kleinere Serien zu veranstalten. Es war nett, hat auch viel Spaß gemacht - aber da musste doch mehr gehen.

 

Uwe wurde letztes Jahr im PSN von einem User namens Gavranovic angeschrieben, ob er nicht Lust hätte bei einer seiner Meisterschaften mitzufahren. Nach kurzem Check des Angebotes verbunden mit der verpflichtenden Teilnahme an der Academy-Series, hat er sofort Gefallen an der Sache gefunden. Da bei Gravra-Racing immer auch Teams an den Start gehen, suchte Uwe nach einem Partner. Hier kam ich nun ins Spiel. Die Sache hatte auch für mich einen gewissen Reiz - allzu ernst nahm ich das anfangs aber nicht.

 

Wir beide meldeten uns also für die Gavra Academy an. Um dort überhaupt die Starterlaubnis zu erhalten, musste erst ein Time-Trial bestanden werden. Auf dem Kurs von Catalunya National musste mit dem Cayman GT eine Zeit von 1:19,500 unterboten werden. Gar kein Problem, wenn mal alleine seine Testrunden fährt. Das sieht anders aus, wenn die Lobby voll ist, das Ganze live übertragen und kommentiert wird, und man nur 30 Minuten hat, seine Zeit zu setzen. Das sorgt dann doch für ein flaues Gefühl im Magen. Ganz einfach weil die Umstände doch recht ungewohnt sind. Da bleiben dann auch die schwitzigen Hände nicht aus. Gut und schön, mit einer hohen 1:16er-Zeit und Uwe mit einer tiefen 1:17er kamen wir doch safe durch diese Qualifikation.

 

Nun kam in Vorbereitung für die Meisterschaft noch in wöchentlichem Rhythmus vier sog. One-Off-Events. Jedesmal mit anderen Fahrzeugen wurden kurze Rennen gefahren. Auch zu diesem Zeitpunkt war es noch möglich, nicht die Starterlaubnis für die Academy zu bekommen. Denn in diesen vier Rennen wurde vom Veranstalter sehr darauf geachtet, ob die Rennetikette eingehalten wird und allgemein das Verhalten der Fahrer in Hinblick auf Sportlichkeit und Fairness, beobachtet. In diesen Rennen fuhren uns die Gegner regelrecht um die Ohren. Puh, keine guten Aussichten für die anstehende GT5-Meisterschaft mit dem Ginetta.

Anfang März war es dann endlich soweit. Das erste von insgesamt 16 Rennen stand an. Es galt jeweils 2 Rennen pro Abend zu absolvieren.

Brands Hatch war die erste Station. Wie erwartet war die Konkurrenz sehr stark. Mit einer starken Leistung konnte Uwe im ersten Rennen auch das erste Podium einfahren. Mir gelang das im zweiten Rennen in Oschersleben.

 

Die große Sensation, wenn auch mit einer großen Portion Glück, gelang mir in Barcelona-Catalunya. Ich konnte mein erstes Rennen gewinnen. Dabei weiß ich noch nicht mal genau wie das passiert ist. Meine Pace war zwar recht gut, doch für einen Platz ganz vorne reichte es nicht. Mit einem soliden P3 war ich gut unterwegs und zufrieden. Die Renndauer betrug in jedem Rennen 30 min und dementsprechend musste die Spritmenge kalkuliert werden. Und da hatten sich meine beiden Konkurrenten auf P1 und P2 wohl mächtig vertan. Unglaublich aber wahr: beiden ging in der Zielkurve der Sprit aus und ich zog vorbei und konnte es erst gar nicht glauben - doch der Sieg gehörte mir.

 

Nächste Station: Oulton Park. Ein rundum ärgerlicher Abend. Massive Probleme mit dem PSN. Die Hälfte der Fahrer konnten nicht an den Start gehen. Die Rennleitung entscheid sich dennoch für die Durchführung der Veranstaltung. Schade für Uwe, der gar nicht starten konnte. Für mich lief es glücklicher. Im Regen konnte ich mich im Feld durchsetzen und den nächsten Sieg einfahren. Das war wohl auch der Moment, wo Uwe und mir klar wurde, dass wir sowohl in der Einzel- als auch in der Teamwertung ein Wörtchen mitreden würden.

 

In Long Beach konnte ich in beiden Rennen wieder auf das Podium steigen. Für Uwe waren beide Rennen zum Vergessen. In beiden Läufen wurde er vom Gegner abgeschossen - und ab diesem Zeitpunkt gab es die erste echte Rivalität. Mit einem Fahrer geriet Uwe in der Folgezeit immer wieder aneinander: Shushkata.

 

In Laguna Seca war ich dran: Mein Tag zum Vergessen. Habe in beiden Läufen nie meine normale Rennpace erreicht und quälte mich durch beide Rennen. Wenigstens ein paar Punkte für die Team- und Fahrerwertung mitnehmen, dachte ich bei mir. Zu diesem Zeitpunkt war das ärgerlich. Rein rechnerisch konnte mir in der Fahrerwertung nur noch ein Fahrer gefährlich werden.

 

Dann kam das Rennen - und es mutete mir an als käme es direkt aus der Hölle. Sakkitto, die internationale Variante. Ich habe keine Ahnung wer für das Layout dieser Strecke verantwortlich ist. Aber sorry, der ist komplett sadistisch. Die Strecke hat alles, was Rennfahrer nicht mögen. In den Trainingssitzungen kam ich kaum zurecht mit diesem Track. Auch das Quali lief mäßig. Und trotzdem konnte ich das Rennen für mich entscheiden. Kann ich mir nur so erklären, dass die Konkurrenz noch schlechter mit der Strecke klar kam als ich. Doch es war auch der Abend des Triumphes. Jetzt war klar, dass wir Fahrer- und Teamwertung für uns entschieden hatten. Was für ein tolles Gefühl.

 

Den Abschluß der Saison bildeten die beiden Rennen in Zhuhai. Uwe konnte sich nach einem starken Rennen in der Fahrer-Gesamtwertung noch auf P2 vorschieben. Damit war im Endeffekt unser Sieg bitzsauber.

Die Teamwertung mit 418 Punkten deutlich vor den Zweiten mit 272 Punkten gewonnen. 3 Einzelsiege, 2 schnellste Rennrunden und insgesamt 11 mal auf das Podium - ich denke wir können mit recht ein wenig stolz auf die abgelaufene Saison zurückblicken. Und sind schon voller Erwartung für die nächste Serie, die ab September starten wird.

 

- th -

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