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Setup-Guide #3


Will man schnell und sicher auf der Strecke unterwegs sein, ist eine ausgewogene Aufhängung ein Muss. Ich unterteile das in drei Bereiche: Fahrzeughöhe, Federrate und Stabilisatoren.

 

#6 Fahrzeughöhe

Es gibt eine einfache Faustregel: So tief wie möglich, so hoch wie nötig!

Die Höhe des Fahrzeugs beeinflusst sehr stark den mechanischen Grip und die Aerodynamik. Je tiefer der Wagen liegt, desto tiefer ist logischerweise auch der Schwerpunkt. Dies wirkt sich positiv auf das Fahrverhalten aus. Auf Strecken mit einem sehr ebenen Fahrbahnbelag und ohne Bodenwellen kann man also den Wagen sehr tief legen, weil er nicht sehr stark einzufedern braucht. Auf welligen, unebenen Strecken, wie z.B. der Nordschleife ist eher Vorsicht geboten was die Höhe des Fahrzeugs angeht. Legen wir hier den Wagen zu tief und er setzt beim Einfedern mit dem Unterboden auf, kann ein unkontrolliertes Abfliegen die Folge sein.

Generell sollte die Einstellung der Höhe vorne immer etwas geringer sein als hinten. Das nennt man "Keilstellung" und hat aerodynamische Vorteile.

Man muss sich immer bewusst machen, dass jede Einstellung an einer einzelnen Komponente des Fahrwerks auch Auswirkungen auf die beiden anderen hat. Stelle ich z.B. härtere Federn ein, und verhindere damit ein starkes Einfedern, kann ich mit der Höhe des Fahrwerks etwas heruntergehen. Eine gute Vorgehensweise wäre also, erst die Federrate, also ob eher hart oder weich, einzustellen und dann die Fahrzeughöhe.

 

#7 Federrate

Hier gibt es leider keine Faustregel, an der wir uns grob orientieren könnten. Diese Einstellung muss man sich "erfahren", sprich durch viele Testrunden versuchen, die beste Einstellung zu finden.

Steifere Federn haben einige Vorteile: die Rückmeldungen vom Auto sind besser, für die Aerodynamik ist es besser, wenn der Wagen weniger einnickt und weniger rollt. Doch Obacht wenn man jetzt meint: "Na, dann mache ich die Karre doch bretthart". Das kann übel werden, wenn man z.B. über die Kerbs fährt oder schnell aufeinanderfolgende Bodenwellen meistern muss. Bei einem zu hart eingestellten Fahrwerk ist dann hier das Rennen meist zu Ende, weil der Wagen durch einen Verlust des Bodenkontaktes einen sauberen Abflug hinlegt.

Ihr seht, die Einstellung des Fahrwerks ist enorm wichtig für den mechanischen Grip, den die Reifen erzeugen sollen.

Zudem legen die vorderen Federn fest, wie direkt der Wagen in die Kurven einlenkt. Will er nicht so richtig und ihr habt das Gefühl, der schiebt immer weiter geradeaus? Dann macht die Federn vorne etwas weicher. Sofort ist das Einlenkverhalten deutlich besser. Ganz einfach, weil ihr durch die weichere Einstellung es den Reifen erlaubt, besser auf den Untergrund zu reagieren und den mechanischen Grip hoch zu halten.

Logischerweise kann bei zu starkem Untersteuern das Gegenteil helfen.

Die hinteren Federn haben gerade bei heckangetriebenen Fahrzeugen einen hohen Einfluss auf das Verhalten des Wagens. Fahrer mit einem nervösen Gasfuss, wie z.B. ich, haben beim Herausbeschleunigen aus einer Kurve oft das Problem mit Übersteuern im Kurvenausgang. Hier hilft es, die hinteren Federn weicher zu stellen. Auch hier wieder: dadurch erleichtern wir das Zusammenspiel zwischen Reifen und Bodenbelag, welches sich dann positiv auf die Stabilität und Fahrverhalten auswirkt.

#8 Stabilisatoren

Stabis sind ein Federelement, dass das Wanken eines Wagens bei der Kurvenfahrt mindert. Was ein Glück: hier steht uns wieder eine Faustregel zur Verfügung: Auf einer Strecke mit vielen schnellen Kurven und relativ ebenem Fahrbahnbelag, stellt man die Stabis eher hart ein. Wohingegen auf eher langsamen Strecken mit vielen Bodenwellen, wie wir sie z.B. auf Oulton Park finden, weichere Stabis die bessere Wahl sind.

Stabis sind entscheidend für eine ausgewogene Balance. Vor allem in der Kurvenmitte werde ich schnell merken, ob ich eine gute Stabieinstellung habe oder eher nicht.

Vorne eine weichere Einstellung und hinten eine härtere verstärkt das Übersteuern, umgekehrt erhöht man das Untersteuern, falls unser Fahrzeug in der Kurvenmitte zum Ausbrechen neigt.

 

Fassen wir zusammen:

  • Bei der Fahrzeughöhe ist es wirklich die ultimative Weisheit: So tief wie möglich, so hoch wie nötig.
  • Die Federrate beeinflusst, inwiefern der Reifen seinen mechanischen Grip aufbauen kann. Sie ist abhängig von der Beschaffenheit der Rennstrecke. Also eben und glatt: harte Einstellung. Unebene und wellige Strecke: weichere Einstellung.
  • Stabis sind entscheidend bei der Kurvendurchfahrt des Fahrzeugs. Und für die richtige Einstellung muss die Streckencharekteristik sowie der eigene Fahrstil beachtet werden.

 

- th -

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