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Etwas Historie ... Part 2


Anfang der 1960er entwickelte sich eine ganz neue Kategorie des Rennsports: Kartrennen. Ursprünglich eine US-amerikanische Erfindung, fand das Kart schnell seinen Weg nach Europa. Bereits 1960 wurde das erste Kartrennen auf deutschem Boden ausgetragen. Vom Wiesbadener Automobilclub wurde der Go-Kart-Club Deutschland gegründet und dem Automobilclub von Deutschland angeschlossen. In der Folgezeit entwickelte sich der Kartsport zu einer wahren Talentschmiede. Nirgendwo kann man sein Talent früher beweisen als in einem Rennkart. Heutzutage sieht man schon 6-jährige die ersten Erfahrungen sammeln. Und wer weiß - einige von ihnen kann man dann später in den Formelwagen anfeuern.


In den 70er-Jahren hatte sich in puncto Sicherheit für die Fahrer noch nicht viel getan. Es verging keine Saison ohne Todesopfer. Als Beispiel sei hier nur Jochen Rindt angeführt, der 1970 in Monza tödlich verunglückte. Er war der einzige Fahrer, dem posthum der Weltmeistertitel verliehen wurde. In Erinnerung bleibt auch der furchtbare Feuerunfall von Nikki Lauda 1976 auf der Nordschleife. Das war auch gleichbedeutend mit dem Ende des Formelsports auf der Eifelstrecke in der langen Variante.

Es war aber auch eine Zeit der rasanten technischen Entwicklungen. Die Ingenieure schufen zusätzlichen Anpressdruck durch aerodynamisch geformte Unterböden. Der Ground-Effekt war geboren. Auf einmal konnten ungeheure Kurvengeschwindigkeiten erreicht werden. Natürlich gab es auch Schattenseiten. Berührte man z.B. einen Randstein und dadurch wurde zusätzliche Luft unter den Wagen geleitet, war es vorbei mit dem Ground-Effekt und nicht wenige machten einen unkontrollierten Abflug. Die Bauform wurde immer extremer und die ersten Regularien zur Eindämmung wurden geschaffen.

Renault schuf in dieser Zeit die ersten Turbo-Motoren und leitete damit eine neue Ära ein. Anfangs noch sehr unzulänglich in der Standfestigkeit, gelang dann 1979 der erste Sieg eines turbo-angetriebenen Fahrzeugs.

Der endgültige Siegeszug des Turbos begann ab 1983. In der Qualifikation wurden zeitweise Triebwerke eingesetzt, die über 1000 PS Leistung erbrachten. Auch hier wurden die technischen Auswüchse immer extremer. Bis die FIA sich 1989 entschloss, ein Verbot von Turbomotoren auszusprechen.


Der allgemeine technische Fortschritt der 80er und 90er Jahre fand natürlich auch seinen Weg in den Motorsport. Computer und Elektronik wurden immer mehr in Rennfahrzeugen verbaut und erfüllten wichtige Funktionen: Traktionskontrolle, ABS und elektronisch regelbare Fahrwerke waren fortan nicht mehr wegzudenken aus dem Rennsport. Mittelfristig profitierte auch der ganz normale Straßenverkehr von diesen technischen Errungenschaften.

 

In dieser Dekade des Motorsports stechen natürlich zwei Namen ganz besonders heraus: Ayrton Senna und ein wenig später der junge Michael Schumacher. Es zeichnete sich ein aufregendes Duell dieser Ausnahmefahrer ab, doch leider kam es anders.

Es war das vielleicht dunkelste Wochenende der jüngeren Formel 1-Geschichte. Erst verunglückte Rubens Barrichello schwer im Training, dann verstarb Roland Ratzenberger nach einem schweren Crash. Daraufhin weigerte sich Senna weiter am Qualifying teil zu nehmen. Auch bei Rennstart gab es einen schweren Crash. Nach der Safety-Car-Phase lag Senna in Führung und kam in der ultra-schnellen Tamburello-Kurve von der Strecke ab und krachte in vollem Tempo in die Mauer. Er erlag kurz darauf seinen Verletzungen. Bis heute ist der Name Senna ein Mythos.

Diesen Status erarbeitete sich in den Folgejahren Michael Schumacher. Mit seinem eigentlich unterlegenen Benetton errang er 1994 und 1995 seine ersten beiden WM-Titel. Danach wechselte er zum kriselnden Traditionsteam von Ferrari.

 

- th -

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