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Etwas Historie ... Part 1


Es heißt, das erste Autorennen wurde ausgetragen, als das zweite Auto gebaut wurde. Das wird so nicht ganz stimmen, spiegelt es aber die Natur des Menschen ganz gut wider: die dauernde Rivalität. Wer kann weiter und schneller laufen - wer kann höher springen - wer kann tiefer tauchen? Für annähernd jeden Aspekt des menschlichen Lebens gibt es eine Wettkampfvariante. Wie könnte da der Automobilsport fehlen?

 

Zurück zum Anfang. Das erste Automobilrennen fand am 22. Juli 1894 statt. Es führte von Paris nach Rouen. Die für damalige Zeit unfassbare Strecke von 126 Kilometern galt es zu bewältigen. Es war wohl eher ein Rennen gegen den mechanischen Fehlerteufel als gegen den menschlichen Gegner. Die Zuverlässigkeit der Fahrzeuge ging gegen Null. Trotzdem starteten 102 Fahrzeuge. Gerade einmal 15 erreichten auch das Ziel. Doch der Funke an die Lunte war gelegt.

 

Nach weiteren Rennen über längere Distanzen, schneller werdenden Fahrzeugen und demzufolge auch mehr Unfällen mit Todesfolge, beschränkte man sich in der Folge auf kürzere Kurse, die aber dafür mehrfach umfahren werden mussten. Die Rundstrecke war geboren. Das Format hat sich durchgesetzt und wird bis heute unverändert betrieben.

 

Nach dem 1. Weltkrieg war der Geschwindigkeitsrausch ungebrochen. Die ersten Formelwagen tauchten auf und hatten in den 30er-Jahren bereits Leistungen um die 500 PS und erreichten Spitzengeschwindigkeiten über 300 km/h. Diese Art der Fahrzeuge brauchte natürlich modernere Rennstrecken. Spa, Monza, Le Mans und die legendäre Nordschleife - sie alle wurden in dieser Ära gebaut.

 

Ab 1923 erblickte ein neues Rennformat das Licht der Welt: Langstreckenrennen. Es begann mit den 24 Stunden von Le Mans. Ein Event das bis heute gefahren wird, Natürlich auf einer inzwischen stark veränderten Streckenführung. Damals ging man noch mit 2er-Teams an den Start. Heute sind drei Fahrer pro Wagen üblich.

 

Nach dem 2. Weltkrieg begann die Entwicklungsschlacht der Hersteller und beschleunigte sich rasant. Immer stärkere Motoren, Aerodynamik, moderne Fahrwerke rückten in den Fokus der Entwickler. Ein neues Problem verdunkelte den Himmel der Motorsportwelt: immer wieder wurden Zuschauer durch verunglückte Fahrzeuge getötet. Den traurigen Höhepunkt stellt natürlich die Tragödie von Le Mans 1955 dar. Pierre Levegh, Fahrer im Team von Mercedes-Benz, berührte bei voller Geschwindigkeit den Wagen von Lance Macklin und raste in die Begrenzungen. Sein Wagen wurde förmlich zerrissen und die Trümmerteile schossen ungebremst in die Zuschauermenge. 84 Menschen verloren ihr Leben.

Die Zuschauer besser zu schützen wurde jetzt zu einer Herausforderung an die Veranstalter.

 

Die weitere Entwicklung gibt es im nächsten Teil unserer kleinen Historic-Reihe.

 

- th -

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